Rückblick

Bach zur Karwoche in der Pfarrkirche St. Andreas

Am Palmsonntag erlebten zahlreiche Besucher der Pfarrkirche St. Andreas ein exzellentes Orgelkonzert, dargeboten vom hauptamtlichen Organisten der Pfarrei Maximilian Betz. Bereits beim ersten Stück, dem „Praeludium et Fuga c-moll“ bewies Betz seine außerordentliche Virtuosität. Dieses berühmte und vielgespielte Meisterstück besteht eigentlich aus zwei Teilen, die Bach später kunstvoll zusammensetzte.
Die fünfstimmige Fuge erklingt in zahlreichen Variationen, wird teilweise nur auf der Tastatur gespielt und endet in den Schlussakkorden auf den tiefsten Tönen der Orgel, mit dem Pedal gespielt. In den nun folgenden Stücken führte Betz seine Zuhörer durch verschiedene Schaffensperioden des Komponisten. Bei der Partita „Sei gegrüßet, Jesus gütig“, dem technisch anspruchsvollsten Stück des Abends aus einer der früheren Schaffensperioden Bachs, zog Betz alle Register seines Könnens. Basierend auf dem Anfangschoral führt das Stück durch elf Variationen. Die wunderschöne Echinger Orgel erklang mal kristallklar und volltönend, dann wieder entführte sie die Zuhörer in dunkle, besinnliche Momente, bei denen man ganz bei sich ankommen konnte.
Mit dem „Praeludium et Fuga e-Moll“ setzte Betz zum Abschluss des Konzertes einen weiteren Höhepunkt und stimmte sein Publikum musikalisch in die Karwoche ein. Auch dieses Stück ist sehr reich an Variationen und eng mit der Tonalität der Matthäus-passion verbunden. Anspruchsvoll zu spielen, mal harmonisch und fast romantisch, dann wieder schnell und toccatahaft. Nachdem der letzte Akkord verklungen war, gab es stehenden Applaus für den Organisten. Dieser dankte seinen Zuhörern mit der Zugabe des populärsten Stückes von Bach, der „Toccata und Fuge  d-moll“.
Fotos + Text: Christiane Gläser

Trompetenschall und Orgelklang

Am Weißen Sonntag, dem 28. April, lud Organist Maximilian Betz zu einem abendlichen Festkonzert in die Pfarrkirche St. Andreas ein. Zusammen mit seinen Musikerkollegen, den beiden Trompetern Hans Jürgen Huber und Peter Grasser ließ er die Orgel erklingen. Beide sind Meister ihres Fachs, mehrfach ausgezeichnet, sowohl als Solokünstler als auch in namhaften Orchestern mit großen Dirigenten unterwegs. Zusammen mit der Echinger Orgel, perfekt gespielt von Maximilian Betz, konnten sich die Besucher über ein exzellentes Konzert freuen. Und wenn sogar zwei Trompeten zur Orgel erklingen, ergibt das eine wunderbare Klangfülle.
Gleich zu Beginn spielten die drei etwas ganz Besonderes, ein Concerto von Gottfried Heinrich Stölzel. Leider viel zu selten gespielt, dafür aber umso reizvoller für Musiker und Zuhörer, stimmte es fröhlich und stimmungsvoll in den Abend ein. Danach konnte Betz mit einem Praeludium von Dietrich Buxtehude solo an der Orgel brillieren. Natürlich durfte sein Lieblingskomponist nicht fehlen. Trompeten und Orgel führten durch drei festliche Kantaten von Johann Sebastian Bach. Nach der etwas getragenen Sonata Opus 5 von Arcangelo Corelli erklang die Orgel beim Praeludium und Fuge in D von Bach in ihrer ganzen Fülle. Das schnelle Motiv spielte Betz gleichzeitig auf allen Manualen und tanzte förmlich einem Balletttänzer gleich über die Pedale. Danach spielten die drei ein hervorragendes und kaum gespieltes Concerto in D von Jean Baptiste Loiellet. Hier kamen auch die Piccolotrompeten zum Einsatz. Die Zuhörer waren begeistert und spendeten stehenden Applaus. Als Dankeschön durften sie die Zugabe gleich zweimal genießen, das Rondeau aus der Sinfonie de Fanfares von Jean-Joseph Mouret, ein wunderschönes Stück barocker Musik. Mit Worten sind Stimmung und Schönheit der Musik nur schwer zu beschreiben. Am besten die Konzerte selbst besuchen, die nächste Gelegenheit bietet sich am Sonntag, 2. Juni um 18 Uhr. Bei der Qualität der dargebotenen Leistungen würde man sich noch mehr Besucher wünschen.
Fotos + Text: Christiane Gläser